Im Herbst setzten sich die CaEx und RaRo der Pfadfinder Innsbruck 10 am Wochenendlager in Telfs ein ehrgeiziges Ziel: Das heurige Sommerlager sollte nach Paris über die Nordküste Frankreichs bis nach London gehen. Ohne Auto, ohne Flugzeug – nur mit Rucksack, Zelt und vielen, vielen Zugtickets.

Damit das funktioniert, veranstalteten die Jugendlichen übers Jahr zwei Flohmärkte und arbeiteten beim Alpine Trailrun Festival mit, um mit dem eingenommenen Geld den Lagerbeitrag möglichst niedrig zu halten. Unterkünfte wurden recherchiert, Sehenswürdigkeiten herausgesucht, Kontakt mit einer französischen Partnergruppe aus Douai Sainte Thérèse aufgenommen, Packlisten erstellt und Züge reserviert. Am 12. Juli war es dann so weit: Die Reise beginnt.

Der Flixbus brachte uns über die Schweiz auf einem Campingplatz in der Pariser Vorstadt Neuilly-sur-Marne, von wo aus wir Paris besuchten, den Louvre, Notre-Dame und das Vorbild für Marinettes Bäckerei aus Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir besichtigten und mit den Franzosen beim (für das Land leider verlorenen) WM-Spiel gegen Spanien mitfieberten.

Von dort aus ging es weiter gen Westen nach Avranches und dem berühmten Dorf Mont Saint-Michel mit seiner wunderschönen Abtei. Am Nachmittag begann die lange Reise nach Noyelle-sur-Mer, wo wir spätabends ankamen und ein paar Tage mit den Pfadis aus Douai Sainte Thérèse lagerten – hier wurden nicht nur Knoten, sondern auch viele neue Freundschaften geknüpft.

Bald ging die Reise dann schon auch weiter nach Calais, wo wir spontan eine Nacht bei einem lieben Altpfadi-Pärchen unterkamen, das regelmäßig Pfadis aus aller Welt in der Église catholique Sainte-Germaine beherbergt. Diese reisen häufig nach Calais, um die Flüchtlingshilfsorganisationen vor Ort ehrenamtlich zu unterstützen. Von Calais aus brachte uns die Fähre über die britische Grenze nach Dover.

Die letzte größere Station war das Fryland Woods Scout Center in New Addington, von wo aus wir zwei Tage lang London genießen konnten. Spaziergänge entlang der Themse mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, ein Abstecher in die National Gallery und Stadterkundungen auf eigene Faust standen am Programm, bevor es wieder mit Fähre und Zug Richtung Heimat ging.

Eine ganz wichtige Zutat für das Erfolgsrezept dieses Sommerlagers war das Teamwork und Engagement der Jugendlichen. Trotz Zugverspätungen, späten Abendessen und langen Märschen blieben sie stets „fröhlich und unverzagt“ und bewältigten mit Bravour erwartete und unerwartete Herausforderungen. Sie übernahmen Tag für Tag abwechselnd verschiedene Funktionen wie Transport, Finanzen, Einkauf, Unterkunft, Kochen und sogar Lagerleitung und konnten dort ihre Stärken unter Beweis stellen.

Das Jahr voll Planung hat sich gelohnt: Die CaEx und RaRo haben ihr Ziel erreicht und konnten viele Eindrücke, Erfahrungen und Erinnerungen mitnehmen.





