Anreise und Aufbau
Das heurige Sommerlager der GuSp Innsbruck 10 gemeinsam mit den GuSp Innsbruck Pradl stand unter dem Motto „Fred Feuerstein“. Ein normales GuSp Lager ist ja oft nicht zu unterscheiden von einem Leben in der Steinzeit. Man kocht alles Essen am Feuer, es werden Spitze Stöcke geschnitzt (wenn auch nur für das „erlegen“ eines Stockbrotteig) und man fragt sich ob das nun ein Mammutfell oder einfach ein zu selten gewechseltes T-Shirt ist… Doch diesmal war es anders, verzweifelt kam Fred Feuerstein am ersten Lagertag zu uns. Er brauchte unsere Hilfe! Er hatte ein Dinosaurier Ei gefunden und wir sollten ihm helfen es auszubrüten… in pfadfinderischer Hilfsbereitschaft nahmen wir diese Herausforderung natürlich an und so startete unser Abenteuer!
Mit den Öffis machten sich die Innsbrucker Pfadis auf in ihr Abenteuer nach Tschagguns, dort warteten auf dem Lagerplatz der Gruppe St. Martin im Montafon zwei Wochen voller Spiel, Spaß, Abenteuer und Herausforderungen auf die Guides und Späher.
Begleitet wurden sie dabei von einem diversen jungen Team voller engagierter Pfadi-Leiter*innen! Von Innsbruck Pradl waren das Daniel, David, Jan und Katrin! Im Leitungsteam von Innsbruck 10/PTA waren das Daniela, Emma, Mario und Niklas!
Auf dem Lager angekommen galt es zuerst einmal die Infrastruktur für ein zweiwöchiges Zeltlager aufzubauen. Also machten wir uns am ersten Tag daran die Schlafzelte, die Jurte und sogar noch den Hangar aufzubauen. Alle packten mit an und so konnten wir bereits am Montag mit der Koch- und Essstelle starten! Lange hatten wir gegrübelt wie man eine kombinierte Variante für zwei Gruppen bauen könnte und wie man diese wohl Überdachen könnte?
Noch am Lager hielten wir eine Besprechung ab und einigten uns gemeinsam mit den GuSp auf ein Konzept. Zwei klassische Essstellen mit einer A-Konstruktion parallel zueinander , dazwischen vier Kochstellen, so könnte jede Patrulle selbstständig kochen. Diese Feuerboxen wurden Überdacht mit zwei Dreibeinen welche den Mittelgiebel trugen.
Mit etwas handwerklichem Geschick und viel Gatsch waren auch die Feuerboxen kein Problem für unsere talentierten GuSp!
Am Dienstag war der Aufbau auch bereits abgeschlossen und so konnten wir voll und ganz in unser Lagerleben starten!
Kochwettbewerb
Um unsere tollen Kochstellen einzuweihen und die Kinder für das Kochen am Lager zu begeistern starteten wir unser Programm mit einem Kochwettbewerb. Der spielerische Wettbewerb ist eine der pädagigischen Methoden der Alterstufe GuSp (Wettbewerb).
Die Aufgabe der vier Patrullen, war es jeweils für sich und zwei Leiter*innen ein Steinzeitliches Menü zu planen, einzukaufen, zu kochen und zu präsentieren. In all diesen Bereichen, also Finanzen, Timing, Präsentation/Deko, Teamwork, Motto, Selbsständigkeit wurden die Kinder gemäß ihres Alters/Erfahrung bewertet und konnten sich so messen. Am Ende war die Entscheidung schwer, alle Patrullen übertrafen unsere Erwartungen und präsentierten ein hervorragendes steinzeitliches Menü. Nach langem grübeln der Jury standen dann auch die Gewinner*innen fest. Die Magic Dragons konnten den Sieg holen!
Hike
Ein weiteres Highlight eines jeden Sommerlagers ist der Hike, eine selbstständige Drei-Tages-Wanderung (Hike). Die Route wird dabei vorab von den Leiterinnen und Leitern geplant und die Strecke auch gegangen. Dies geschieht meist bei der Besichtigung des Lagerplatz, schon Monate im Vorhinein, um eventuelle Gefahrenstellen auszuschließen und einen Überblick der Route zu bekommen. Die Kinder sind wieder in ihren Kleingruppen (Patrullen) unterwegs und müssen im Team zusammenarbeiten, um etwaige Herausforderungen zu lösen. Um sicherzustellen, dass die Kinder jederzeit erreichbar sind, haben sie ein „Notfallhandy“, ein Nokia mit Wertkarte, dabei.
Eine Patrulle wollte sogar auf einen Drei-Tages-Hike gehen und so planten wir kurzerhand noch eine weitere Route um ihnen diesen Wunsch zu ermöglichen! Dabei konnten sie sogar bei einer befreundeten Pfadigruppe in Bludenz übernachten!
Spezialabzeichen und Werkzeugführerschein
Ein weiters Kernstück unserer pädagogischen Arbeit am Sommerlager ist das erarbeiten von Spezialabzeichen im Erprobungssystem Schritt für Schritt (Erprobungssystem). Die Kinder nehmen sich dabei einen unserer Acht pädagogischen Schwerpunkte (oder mit dem Allrounder alle Acht) und nehmen sich dafür drei selbstgewählte Herausforderungen vor. Wir bearbeiten die Schwerpunkte meist mit einer selbstgewählten Herausforderung, einer von der Patrulle aufgegebenen Herausforderung und einer von den Leiter*innen bestimmten Herausforderung.
Im Rahmen dieser Spezialabzeichen entstanden am Lager einige tolle Projekte. Es wurde geschnitzt, gebastelt und gewerkt. Am Ende standen ein tolles „Schwarzes Brett“ in der Mitte des Lagers inklusive einer Fundkiste! Mehrere tolle Instrumente aus alten Dosen, Kochlöffel, Essbesteck und eine Seilbrücke über den nahegelegenen Bach!
Im Rahmen eines Workshops über zwei Vormittage haben die jungen GuSp, welche das erste Mal auf einem Zeltlager dabei sind, die Mölichkeit den Werkzeug-Führerschein zu machen und die Prüfung zu absolvieren! Der richtige Umgang mit Messer, Säge und Axt auf einem Lager muss gelernt sein, um unnötigen Materialverschleiß und Verletzungen zu vermeiden. Zu den erworbenen Kompetenzen zählen: sicherer Umgang, Gefahrenmanagement, richtige Lagerung und Instandhaltung (Schärfen bzw. wechseln des Sägeblatts).
Hier wurde viel gelernt und gutes geleistet und so konnten wir am letzten Abend in feierlichem Rahmen gleich mehrere Spezialabzeichen und zwei Werkzeugführerscheine verleihen.
Freizeit
Neben geplantem Programm und der notwendigen Arbeit auf einem Lager, wie Kochen, Abwasch, Feuerholzaufbereitung und Lagerplatz-Hygiene gibt es natürlich auch Platz für Freizeit! Neben den täglichen Mittagspausen, für Leiter*innen genauso wichtig, wie für die Kinder, gab es auch dezidierte freie Tage. Es ist oft schön zu sehen was sich auf einem Lager entwickelt in Momenten wo nicht der perfekt geplante und getaktete Zeitplan für ein aufwändiges Geländespiel mit hohen pädagogischen Ansprüchen im Vordergrund steht. Es sind eben diese Momente, wo ein Haufen Kinder im Kreis sitzen, sich gegenseitig Gitarre beibringen und laut, falsch aber mit Begeisterung einen englischen Popsong singen wo das wahre Lagerleben seinen inhärenten Wert präsentiert.
Ist diese freie Zeit mit guten Angeboten gespickt, in einem sinnvollen Rahmen, dann kann hier viel entstehen. Das war auf diesem Lager sehr gut zu erkennen.
WiWö kommen an am Ende der ersten Woche
Nach der ersten Lagerwoche ist oft ein Knackpunkt im Lagerleben, viel wurde schon gelöst, aber genauso viel liegt noch vor einem. Das ist bei Leiter*innen und Kindern der Fall. Umso besser ist es, dass hier die WiWö der Innsbruck 10 auf den Lagerplatz kamen und frischen Wind mitbrachten. Den Tag verbrachten wir damit unsere Wäsche zu waschen, Halstuchanhänger aus Speckstein herzustellen und ein Willkommens-Mahl für die Kleinen zu kochen. Ein entspannter Tag zur Halbzeit!
Lagerolympiade
Am Montag starteten wir dann mit einem großen Programmpunkt: Der Lagerolympiade! In einem weiteren Wettbewerb konnten die verschiedenen Stämme unter Beweis stellen wer am besten geeignet wäre für unser Dino Ei zu sorgen. In den folgenden steinzeitlichen Disziplinen wurde sich gemessen: Speerweitwurf, Dino Nest bauen, Höhlenmenschen-Outfit kreieren, Steinschleuder zielschießen, Wassertransport, Steinzeit-Gedicht, T-Rex reiten, Holzscheiben sägen. Am Ende dieses spaßigen Tages bekamen die Teilnehmer*innen ihre Medaillien und die Gewinner*innen bekamen von Fred Feuerstein nun die ehrenvolle Aufgabe auf das Dino Ei aufzupassen…
Nachtwache und Überfall
Um das Dino Ei endlich auszubrüten galt es nun das Ei eine ganze Nacht warm zu halten. Wie sollten die GuSp das nur bewerkstelligen, sie mussten doch zur Lagerruhe ins Bett? Die Leiter*innen hatten schon eine Idee… eine Nachtwache! In Kleingruppen von zwei bis drei Kindern war es ihre Aufgabe im Schichtbetrieb, die ganze Nacht wach zu bleiben und dabei nicht nur das Feuer am laufen zu halten, sondern auch den Lagerplatz vor möglichen Eindringlingen zu bewachen! Doch wer würde eine unschuldige Pfadigruppe genau am Abend ihrer Feuerwache überfallen? Natürlich die Gruppe Bludenz, mit der die Leiter*innen sich im Vorhinein abgesprochen hatten! Und so gab es noch ein nächtliches Fangenspiel mit einer befreundeten Gruppe. Was ein Spaß!
Nun konnte so ein gemeiner Überfall nicht ungerächt bleiben und schon zwei Tage später brach eine Eliteeinheit unserer Gruppen auf um die Gruppe Bludenz zurück zu überfallen! Geschminkt mit Lagerfeuerkohle ins Gesicht geschmiert und getarnt versuchten wir ihre Fahne zu stehlen, doch ohne Erfolg auch sie verteidigten ihren Lagerplatz erfolgreich. Ein klares Unentschieden… bis zum nächsten Mal!
Mottoabschluss
Ein Motto gibt den Kindern die Möglichkeit in eine fantastische Welt einzutauchen wo die oft echten Probleme, am Lager und in der Welt, zu spielerisch lösbaren Abenteuern werden. So können auch die Leiter*innen aus ihrer normalen Rolle als verantwortliche Aufsichtsperson schlüpfen und in einer neuen, ganz anderen Rolle eine Beziehung zu den Kindern aufbauen. Der Spaß steht hier im Vordergrund und der bewusste Bruch mit klassischen Rollenbildern sorgt für ein lustiges und ausgewogenes Lagerleben. Nach zwei Wochen voller Lachkrämpfe folgte dann der krönende Abschluss: Fred fand heraus, dass sein heißgeliebtes Dino Ei, wohl doch nur ein Stein wahr! Oh Nein, was ein Malheur ihm da passiert ist und Wilma kann es nicht fassen… Dabei hatte sie es ihm doch schon mehrmals gesagt… Das Ei war wohl nur ein Stein, doch was bleibt ist die Freundschaft und die Erinnerungen an ein bizarres Steinzeit-Abenteuer!
Abbau
Das Lager geht dem Ende zu, alle Höhen und Tiefen haben wir gemeinsam durchlebt und gemeistert. Kein Lager vergeht, ohne alle Facetten menschlichen Zusammenlebens und demokratischer Prozesse durchlebt zu haben. Und so gehen wir dem Abbau entgegen, voller Zuversicht so vieles zusammen gemeistert zu haben. In knapp zwei Tagen bleibt uns nur mehr die Erinnerung, Freundschaft und ein paar Flecken auf dem Rasen, wo zuvor noch Zelte standen! Wir ziehen wieder in die Welt, vor uns ein Sommer voller weiterer Abenteuer. Wir sehen uns im September, wie immer zur wöchentlichen Heimstunde. Die Fahne weht ein letztes Mal, das Feuer der weltweiten Pfadi-Bewegung brennt weiter, in unseren Herzen der „B.P.-Spirit“ und bis zum nächsten Mal. Gut Pfad!

































































